Pfarrgemeinde Sankt Martin

Die Pfarrgeschichte in Kurzform



Leider liegt über den Beginn des christlichen Lebens in Kadelburg kein schriftliches Zeugnis vor. In der Geschichte wird im Jahr 881 nach Christus ein Königsgut in Kadelburg erwähnt, welches mit einer Eigenkapelle ausgestattet war. Auch diese Kapelle trug bereits den Namenspatron der Pfarrei, St. Martin. Zusammen mit dem Kloster in Zurzach wurde es an das Kloster Reichenau verschenkt. Seit dieser Zeit war die kirchliche Geschichte Kadelburgs eng mit Zurzach, dem heutigen Bad Zurzach, verknüpft.

Vertärkt wurde dieser Kontakt im Jahr 1451 als Zurzach die Gerichtsbarkeit in Kadelburg erwarb und so zu einem der beiden politischen Herrn Kadelburgs aufstieg. Als Kirche diente damals die St.-Martin-Kapelle, welche zum Bestand des früheren Könighofes gehörte und ungefähr auf dem Platz der heutigen Kirche stand.

Im 18. Jahrhundert schließlich bahnten sich Ereignisse an, die zu einer Loslösung von Zurzach und zu einer Eigenständigkeit der katholischen Kirchengemeinde Kadelburg führen sollten. Neben der Errichtung einer eigenen Pfarrschule 1742 wurde im Jahr 1774 von Bischof Franz Konrad von Konstanz die Errichtung der Kaplanei mit Residenz in Zurzach ausgesprochen.

Entscheidend für die Lösung der kirchlichen Verbindung zwischen Kadelburg und Zurzach und die Entstehung einer selbstständigen Kirchengemeinde wurde ein politisches Ereignis von größter Tragweite: die Französische Revolution und die folgenden Napoleonischen Kriege. Im sogenannten Reichsdeputationshauptschluß von 1803 wurden alle geistlichen Fürstentümer in Deutschland aufgelöst. Das Stift Zurzach verlor hierbei die Gerichtsbarkeit in Kadelburg und die Verfügung über die Kirchengüter.

Am 27.04.1809 erhob der Generalvikar von Wessenberg im Auftrag des Bischofs von Konstanz die bisherige Kaplanei zur Pfarrei. Somit ist die Pfarrgemeinde St. Martin bereits über 200 Jahre alt.

Seit 1982 wird die Pfarrgemeinde Sankt Martin aus Rheinheim betreut, blieb aber selbstständig.